WDR INTERVIEW

Kunstpunkte Düsseldorf 2019

Lokalzeit am 13.09.2019

Nora Schuster

 

Er ist wieder da!

Achim Schmacks in der Kunsthalle Egdor

 

 

Kunstinteressierte erinnern sich sicher gerne an die “KunstBude” von Achim Schmacks in Reimersbude/Witzwort, die von 2012 bis 2015 viele Ausstellungen des Düsseldorfer Künstlers und verschiedenen KünstlerkollegInnen beherbergte. 2016 ging Schmacks aus beruflichen Gründen nach Düsseldorf zurück, um sich dort neuen Aufgaben, wie z.B. seiner BLACKOFFICE Galerie zu widmen.

Jetzt, im Sommer 2019, ist er wieder nach Nordfriesland gekommen, voll mit neuen Ideen, Konzepten, Werken, und seiner großen Loyalität zur Farbe Schwarz.

„Ich brauchte Ruhe, Kraft und Freiheit. Im Norden war ich immer, wenn auch nicht immer physisch.(…) Aus der KunstBude wurde die Kunsthalle Egdor (Anm.: lat. Eider).

Der Ausstellungsraum mit 220 Quadratmetern und einer Höhe von 10 Metern mit offener Balkenkonstruktion liegt nur wenige Meter von der Eider entfernt.”, so Schmacks.

 

Seine neue Ausstellung nennt er „LABORATORIUM 2019″. Hier wird gearbeitet, hier müht er sich ab, erlebt kreative Schaffensphasen, manchmal auch leidvolle.

In seinem „Labor” finden sich Pigmente, Naturmaterialien, Bücher und alte Fundstücke. Hieraus entwickelt Schmacks seine Werke mit Titeln wie ‘Zivilisationsspuren’, ‘Elemente’ oder ‘Gravitation’.

“Ich kann die Welt nicht ändern, aber einen Beitrag dazu leisten sie besser zu machen. Mit Hilfe meiner Kunst kann ich auf viele Dinge aufmerksam machen und der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Ich möchte nicht an-, sondern aufzeigen. Jeder Künstler ist in der Lage einen Beitrag zu leisten.

Meine Themen sind Gesellschaft, Umwelt und der Umgang mit jeglichem Leben. Ich beschäftige mich mit Religionen, der Vergangenheit und wage einen Blick in die Zukunft. Für zukünftige Generationen und allem Leben auf der Erde sollten wir diese schützen.

Somit sehe ich mein Atelier als Laboratorium, arbeite mit Gegenständen aus der Vergangenheit, beschäftige mich Texten aus alten Büchern, verarbeite Erde, Sand oder auch Dinge aus der Pflanzen- und Tierwelt und blicke kritisch in die Zukunft und somit auf unsere Medien.” (Achim Schmacks , Laboratorium 2019)

 

Licht und Schatten

 

Verschiedene Schwarztöne und Oberflächengestaltungen bilden unterschiedliche, bezaubernde Lichtreflexe.

Es wird reflektiert. Die Werke kommen im Licht zur Geltung und verändern sich mit dem Licht, – so wie Gesellschaft, Künstler und Betrachter sich in stetiger Veränderung befinden.

 

Zivilisation

 

Dr. Angelika Hille-Sandvoß, Kunsthistorikerin:

„An seinen Arbeiten haben die Hinterlassenschaften alter friesischer Bauernhöfe maßgeblich mitgewirkt. Die Fundstücke, zu denen bisweilen auch alte Bücher oder Bibeln gehören, erhalten neue Bedeutung: So wird ein altes Fenster aus einem Bauernhof mit angekokelten Bibeltexten verbunden – zum einen Hinweis auf früher weit verbreiteten Aberglauben, aber auch Symbol auf allgegenwärtige Vergänglichkeit. Dieses Motiv findet sich auch in der großformatigen Arbeit, der ein Pflanzenlexikon zugrunde liegt, von dem allerdings nur verbrannte Strukturen überdauert haben. Letztlich wird nur Asche übrig bleiben, wenn das Aussterben der gesamten Flora und Fauna menschenverschuldet so weiter geht. Dass aber auch das Abgestorbene seinen ästhetischen Reiz hat, zeigt die verdorrte Kümmelpflanze, die als Objekt in einer Kiste arrangiert eine neue Bedeutungsdimension erhalten hat.“

 

Die Farbe Schwarz

 

Schwarz ist der wichtigste Bestandteil von Achim Schmacks Arbeiten. Seine oft nichtfigürlichen Darstellungen stecken voller Bedeutungen. Sie setzen sich auf beobachtende, kritische, feinsinnig humorvolle oder auch anlehnende Weise auseinander mit einer Gesellschaft, indem der Künstler ein Abbild schafft und Themen, die ihm wichtig sind, zum Ausdruck bringt.

Die Farbe Schwarz ist Mittel zum Zweck und vermittelt keinen Gemütszustand.

Im Fokus der Ausstellung steht die Installation „ERDE ICH!”, an der der Künstler während der gesamten Ausstellungszeit fortlaufend arbeitet.

 

Sabine Bolland

August 2019

 

Dr. Christoph Blank, Founder & Editor

 

Die Kunst als Spiegel der Gesellschaft - Ein Gespräch mit Achim Schmacks

 

...ich möchte mit meiner Kunst einen Spiegel der Gesellschaft erschaffen. Sowohl die Vergangenheit, die mir auch sehr am Herzen liegt, weil sie analog war und die digitale Welt nicht kannte, als auch die Zukunft sind mir wichtig. Mein Anliegen ist es auf Dinge aufmerksam zu machen, die unsere Zeit bestimmen. Ob es der Klimawandel ist, der Umgang mit unserem Planeten oder auch die Zwischenmenschlichkeit in den sozialen Medien. Ich stelle Fragen und gebe gleichzeitig Antworten. Ich drücke aus, was mich bewegt und hoffe, dass ich es so transportieren kann, dass es Menschen bewegt und vielleicht auch die Sicht auf einige Dinge in der Gesellschaft ändert...

 

Das ganze Interview: www.kunstbar.de/home/2018/9/6/die-kunst-als-spiegel-der-gesellschaft-ein-gespraech-mit-achim-schmacks

 

September 2018

 

                   

 

 

Unternehmensberaterin und Wirtschaftswachstumsexpertin Paula Brandt

im Gespräch mit Achim Schmacks

 

 

Kunst als Herausforderung -

Was ist deine Herausforderung und warum "Schwarz"?

 

Für mich ist Kunst eine ständige Herausforderung, die Herausforderung mit einem einzigen, schwarzen Pigment ein Werk mit Licht und Schatten zu erschaffen.

Landschaften erschaffen mithilfe von Licht und Schatten, Struktur und Oberfläche. Ähnlich wie in der Schwarzweißfotografie fehlt die Farbe nicht, es liegt im Auge des Betrachters die Farbe zu ergänzen, dies verlangt Vorstellungskraft, die in uns steckt und jederzeit abrufbar ist.

Gesellschaftskritisch sein - auch dies ist Herausforderung. Meine Objekte sind gesellschaftskritisch, stellen Fragen oder geben Antworten.
Hierbei beschäftige ich mich mit Dingen aus der Vergangenheit, Zivilisationsspuren. Ich entnehme Erde aus dem Boden, suche Gegenstände in historischen Gebäuden, bediene mich in der Natur, am Rhein oder im Wattenmeer. Auch diese “Spuren“ schwärze ich. Ich schwärze mit Feuer.

Flammen formen und verformen, nagen und verändern, so wie sich die Gesellschaft ständig formt und verändert.
Akzente setze ich mit Licht und Schatten, Mattigkeit und Glanz.
Meine Kunst ist Ausdruck unserer Zeit, ich stelle Fragen zu Themen unserer Zeit. Mensch sein, Natur und Umwelt und die Sicht auf Vergangenheit oder ein Blick in die Zukunft bilden die Säulen meiner eigenwilligen Arbeiten.

Ich möchte zum Denken und Nachdenken anregen, mein Anspruch ist Kunst zu schaffen, Ästhetik. Kunst mit der wir uns umgeben, gerne umgeben und auch dies ist Herausforderung, meine ständige Herausforderung und mein Anspruch.

 

Juni 2018

 

 

 

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